Pinien- und Kiefernprozessionsspinner in der Schweiz
Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026
Auf einen Blick
Der Pinienprozessionsspinner befällt Kiefern und Pinien und ist in der Schweiz vor allem in wärmeren Regionen wie Genfersee, Wallis und Tessin verbreitet. Die Falter fliegen ab Mai, die Raupen bilden watteartige Gespinste in den Baumkronen und tragen dieselben gefährlichen Brennhaare wie der Eichenprozessionsspinner. Meiden Sie befallene Bäume und ziehen Sie eine Fachperson bei.
Verbreitung in der Schweiz
Der Pinienprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa) ist wärmeliebend und befällt vor allem Kiefern und Pinien. In der Schweiz konzentriert sich sein Vorkommen bislang auf mildere Regionen mit entsprechendem Baumbestand, insbesondere am Genfersee, im Wallis und im Tessin. Anders als der Eichenprozessionsspinner, dessen Falter im Sommer fliegen, sind die Falter des Pinienprozessionsspinners bereits ab Mai unterwegs, was den Entwicklungszyklus insgesamt früher im Jahr ansetzt. Mit steigenden Temperaturen ist nicht auszuschliessen, dass sich das Verbreitungsgebiet der Art in den kommenden Jahren weiter nach Norden und in höhere Lagen ausdehnt.
Erkennungsmerkmale und Lebensweise
Die Raupen leben in watteartigen, weisslichen Gespinstnestern, die meist gut sichtbar in den Kronen der Wirtsbäume hängen, nicht wie beim Eichenprozessionsspinner bevorzugt am Stamm. Auch sie verlassen ihr Nest nachts, um in geschlossener Reihe zu den Fressplätzen zu wandern, daher der gemeinsame Name Prozessionsspinner. Befallene Kiefern zeigen mit der Zeit deutlichen Nadelfrass, was die Nester zusätzlich auffällig macht. Bei starkem Befall können ganze Kronenteile kahl gefressen werden, was den Baum zusätzlich schwächt und ihn anfälliger für weitere Schädlinge macht.
Warum Vorsicht geboten ist
Die Raupen des Pinienprozessionsspinners tragen dieselben mikroskopischen Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein wie ihre Verwandten an der Eiche. Bei Berührung oder wenn die Haare durch Wind verweht werden, drohen Hautausschlag mit starkem Juckreiz sowie Reizungen der Augen und Atemwege. Da die Nester oft in erreichbarer Höhe in Gartenbäumen oder an Wanderwegen hängen, ist das Kontaktrisiko in befallenen Gebieten nicht zu unterschätzen.
Was Sie tun sollten
Halten Sie Abstand zu Bäumen mit sichtbaren Gespinsten und weisen Sie Kinder darauf hin, diese nicht zu berühren. Versuchen Sie nicht, das Nest selbst zu entfernen oder abzuschneiden. Melden Sie den Befall stattdessen einer Fachperson (/prozessionsspinner-bekaempfung), die das Nest fachgerecht unter Vollschutz beseitigt. Mehr zur nah verwandten Art an der Eiche finden Sie in unserem Ratgeber Eichenprozessionsspinner.
Häufige Fragen
Wo in der Schweiz kommt der Pinienprozessionsspinner vor?
Verbreitungsschwerpunkte liegen in den milderen Klimazonen am Genfersee, im Wallis und im Tessin, wo Kiefern und Pinien häufig wachsen und die Winter für die Art ausreichend mild sind.
Wie unterscheidet sich der Pinienprozessionsspinner vom Eichenprozessionsspinner?
Der Pinienprozessionsspinner befällt Kiefern und Pinien, während der Eichenprozessionsspinner auf Eichen spezialisiert ist. Die Gespinste sitzen zudem eher in der Krone als am Stamm, und die Falter fliegen bereits ab Mai.
Sind die Brennhaare des Pinienprozessionsspinners genauso gefährlich?
Ja, sie enthalten dasselbe Nesselgift Thaumetopoein und lösen bei Kontakt vergleichbare Hautreizungen sowie Augen- und Atemwegsbeschwerden aus.