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Goldafter: die unterschätzte Gifthaarraupe

Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026

Auf einen Blick

Der Goldafter ist ein weisser Trägspinner mit goldbraunem Haarbüschel am Hinterleib, dessen Raupen an Laub- und Obstbäumen auffällige Gespinstnester bilden. Die Gifthaare wirken auf der Haut ähnlich wie beim Prozessionsspinner, sind aber besser sichtbar, was das Kontaktrisiko senkt. In der Schweiz ist der Goldafter weiter verbreitet als die Prozessionsspinner-Arten.

Erkennungsmerkmale des Goldafters

Der Goldafter (Euproctis chrysorrhoea) ist ein Trägspinner mit rein weissen Flügeln und einem markanten goldbraunen Haarbüschel am Ende des Hinterleibs, nach dem die Art benannt ist. Seine Raupen leben gesellig und spinnen an Laub- und Obstbäumen dichte, deutlich sichtbare Gespinstnester, die oft schon im Winter an kahlen Ästen auffallen, da die Raupen darin überwintern. Im Frühling verlassen die jungen Raupen das Gespinst und fressen an frischen Blättern, bevor sie sich später verpuppen und als Falter erneut ausschwärmen.

Warum der Goldafter oft unterschätzt wird

Im Vergleich zum Eichenprozessionsspinner ist der Goldafter in der Schweiz weiter verbreitet und an deutlich mehr Baumarten zu finden. Weil seine Nester und Raupen jedoch gut sichtbar sind, wird die Gefahr häufig unterschätzt oder schlicht übersehen, obwohl auch diese Raupen ab einem bestimmten Entwicklungsstadium Gifthaare tragen. Die gute Sichtbarkeit senkt zwar das Risiko eines unbemerkten Kontakts, macht die Haare selbst aber nicht ungefährlich. Gerade bei Kindern, die von den auffälligen Gespinsten angelockt werden, führt die scheinbare Harmlosigkeit häufig zu unnötig engem Kontakt.

Wirkung der Gifthaare

Die feinen Härchen der Goldafter-Raupen wirken auf Haut und Schleimhäute ähnlich reizend wie die Brennhaare des Eichen- oder Pinienprozessionsspinners. Bei Berührung drohen Hautausschlag mit Juckreiz sowie Reizungen der Augen und Atemwege, besonders wenn die Haare durch Wind oder Gartenarbeit aufgewirbelt werden. Da Goldafter-Gespinste oft in Griffhöhe an Hecken, Obst- oder Zierbäumen hängen, sollten sie ebenso gemieden werden wie die Nester der Prozessionsspinner. Besonders im Frühling, wenn die überwinterten Raupen aktiv werden und an frischen Trieben fressen, steigt die Wahrscheinlichkeit eines unbeabsichtigten Kontakts.

Was Sie tun sollten

Berühren Sie Gespinste und Raupen nicht und lassen Sie Kinder nicht damit spielen. Beim Rückschnitt befallener Sträucher oder Bäume auf sichtbare Nester achten und den Bereich meiden. Bei grösserem Befall oder Nestern in stark frequentierten Bereichen lohnt sich der Beizug einer Fachperson (/prozessionsspinner-bekaempfung). Mehr zu den Auswirkungen eines Kontakts mit Gifthaaren lesen Sie in unserem Ratgeber Raupendermatitis.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich den Goldafter?

Der Falter ist auffällig weiss mit einem goldbraunen Haarbüschel am Ende des Hinterleibs. Die Raupen leben gesellig in dichten Gespinstnestern an Laub- und Obstbäumen.

Ist der Goldafter gefährlicher als der Eichenprozessionsspinner?

Nein, das Kontaktrisiko ist tendenziell geringer, da die Gespinste und Raupen gut sichtbar sind und seltener unbemerkt berührt werden. Die Gifthaare wirken jedoch ähnlich hautreizend.

Wie verbreitet ist der Goldafter in der Schweiz?

Der Goldafter kommt in der Schweiz deutlich häufiger vor als Eichen- oder Pinienprozessionsspinner und ist an vielen Laub- und Obstbäumen anzutreffen.

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