Notfall: 079 584 40 04
Wespenprofis.ch

Eichenprozessionsspinner erkennen und Gefahr einschätzen

Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026

Auf einen Blick

Der Eichenprozessionsspinner lebt auf Eichen und bildet graue, dichte Gespinstnester am Stamm oder in Astgabeln. Ab dem dritten Larvenstadium tragen die Raupen mikroskopische Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein, die bei Kontakt Hautausschlag und Atemwegsreizungen auslösen. Nähern Sie sich Nest und Raupen nicht und melden Sie den Befall einer Fachperson.

Was den Eichenprozessionsspinner ausmacht

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Schmetterling, dessen Raupen ausschliesslich an Eichen fressen. Namensgebend ist ihr Verhalten: Nachts verlassen die Tiere ihr Gespinst und wandern in geschlossener Reihe, der sogenannten Prozession oder im «Gänsemarsch», zu den Fressplätzen im Kronenbereich und wieder zurück. Am Stamm oder in Astgabeln entstehen dabei graue, dicht gewobene Gespinstnester, die über die Saison deutlich anwachsen und oft erst im Sommer richtig auffallen. Ein einzelner stark befallener Baum kann mehrere solcher Nester gleichzeitig tragen, wobei kleinere Gespinste im Laufe der Entwicklung zu einem grösseren Hauptnest zusammenwachsen.

Warum die Raupen gefährlich sind

Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen mikroskopisch kleine, hohle Brennhaare, die das Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Diese Haare brechen bei der geringsten Berührung leicht ab und können durch Wind über weite Strecken getragen werden. Dringen sie in Haut oder Schleimhäute ein, lösen sie eine Raupendermatitis mit starkem Juckreiz und Quaddeln aus, zudem können Augen und Atemwege gereizt werden. Die Brennhaare verlieren ihre Wirkung kaum: Auch in verlassenen, alten Nestern bleiben sie bis zu zwölf Jahre lang toxisch. Selbst Bäume, an denen im Vorjahr keine lebenden Raupen mehr zu sehen waren, können also weiterhin ein Risiko darstellen, wenn Nestreste am Stamm zurückgeblieben sind.

Was Sie beim Fund tun sollten

  1. Abstand halten und Kinder sowie Haustiere vom betroffenen Baum fernhalten.
  2. Nest und Raupen nicht berühren oder selbst entfernen.
  3. Bereich nicht mähen, fegen oder mit dem Laubbläser bearbeiten, da dies Brennhaare aufwirbelt.
  4. Fundort und ungefähre Nesthöhe notieren.
  5. Fachperson beiziehen (/prozessionsspinner-bekaempfung), die das Nest unter Vollschutz mechanisch absaugt.

Gut zu wissen

Im Siedlungsbereich ist das mechanische Absaugen der Nester unter Vollschutzausrüstung die gängige Methode, da sie die Brennhaare sicher bindet, statt sie weiter zu verteilen. Verwechslungsgefahr besteht mit dem Pinienprozessionsspinner, der an Kiefern statt an Eichen vorkommt, und mit dem Goldafter, dessen Gespinste an Laub- und Obstbäumen auffallen. Bei bereits aufgetretenem Hautausschlag lohnt sich ein Blick in unseren Ratgeber Raupendermatitis.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich den Eichenprozessionsspinner?

Auffällig sind die graugewebten, dichten Gespinstnester an Stamm und Astgabeln von Eichen sowie die nächtliche Wanderung der Raupen in langen Reihen, der sogenannten Prozession.

Warum sind gerade Eichen betroffen?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind auf das Laub von Eichen spezialisiert und fressen fast ausschliesslich an dieser Baumart.

Wie lange bleiben die Brennhaare gefährlich?

Die feinen Brennhaare bleiben in verlassenen Nestern und im Umfeld des Baums bis zu zwölf Jahre toxisch, auch wenn keine lebenden Raupen mehr sichtbar sind.

Verwandte Ratgeber

Zu dieser Leistung →

Nest entdeckt? Rufen Sie an.

Unverbindliche Einschätzung am Telefon — meist noch heute vor Ort.