Bienenschwarm entdeckt — was tun?
Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026
Auf einen Blick
Ein Bienenschwarm an Ast oder Fassade ist meist harmlos und zieht innert ein bis zwei Tagen von selbst weiter. Da die Honigbiene als Nutztier gilt, ist der Einsatz von Bioziden verboten. Kontaktieren Sie stattdessen einen lokalen Imkerverein, der den Schwarm fachgerecht einfängt und umsiedelt.
Ein dichter, brummender Insektenknäuel an einem Ast oder unter dem Dachvorsprung wirkt bedrohlich — meist handelt es sich jedoch um einen Honigbienen-Schwarm auf der Suche nach einem neuen Nistplatz. Richtig eingeordnet ist er weder gefährlich noch ein Fall für die Wespenbekämpfung.
Was ein Bienenschwarm eigentlich ist
Schwärmt ein Bienenvolk, verlässt die alte Königin mit einem grossen Teil der Arbeiterinnen den Stock, um an anderer Stelle ein neues Volk zu gründen. Der Schwarm rastet dabei oft für Stunden bis wenige Tage an einem Ast, Zaun oder einer Hauswand, während Kundschafterinnen einen geeigneten Hohlraum suchen. Da die Tiere weder Brut noch Honig zu verteidigen haben, sind sie in dieser Phase ungewöhnlich friedlich.
Das sollten Sie jetzt tun
Bleiben Sie ruhig und halten Sie Abstand, ohne den Schwarm zu berühren, abzuspritzen oder mit Rauch zu vertreiben. Kontaktieren Sie stattdessen einen Imkerverein in Ihrer Region — viele Kantone führen zudem Schwarm-Meldestellen, über die freiwillige Imkerinnen und Imker vermittelt werden. Diese fangen den Schwarm fachgerecht in einer Kiste ein und siedeln ihn in einen neuen Bienenstock um, wo er als vollwertiges Volk weiterlebt.
Warum Biozide gegen Bienen verboten sind
Die Honigbiene gilt in der Schweiz als Nutztier und wichtigster Bestäuber unserer Kultur- und Wildpflanzen. Der Einsatz von Insektiziden oder anderen Bioziden gegen Bienenvölker ist deshalb untersagt, unabhängig davon, ob der Schwarm frei hängt oder sich bereits in einem Hohlraum wie einem Rollladenkasten niedergelassen hat. Auch ein bereits fest angesiedeltes, ausgeschwärmtes Volk sollte dokumentiert und einem Imker gemeldet werden, statt es zu bekämpfen.
Verwechslung mit Wespen vermeiden
Da ein Bienenschwarm durch die schiere Menge an Tieren beunruhigend wirken kann, wird er gelegentlich mit einem Wespennest verwechselt. Die Unterscheidung gelingt anhand von Behaarung, Körperform und Verhalten — mehr dazu im Ratgeber «Wespe oder Biene? Der schnelle Vergleich». Einen Überblick über alle einheimischen Arten finden Sie zudem unter /arten sowie im Pillar-Ratgeber «Wespenarten der Schweiz erkennen».
Häufige Fragen
Ist ein Bienenschwarm gefährlich?
Nein, in der Regel nicht. Ein Schwarm hat weder Brut noch Honigvorräte zu verteidigen und ist daher aussergewöhnlich friedlich. Trotzdem sollte man Abstand halten und die Tiere nicht reizen.
Wer entfernt einen Bienenschwarm?
Ein lokaler Imkerverein oder registrierter Imker übernimmt Bienenschwärme meist kostenlos oder gegen eine kleine Aufwandsentschädigung, da er das Volk für die eigene Imkerei weiterverwenden kann.
Was tun, wenn sich ein Bienenvolk fest im Rollladenkasten einnistet?
Auch dann gilt: nicht selbst mit Insektiziden behandeln. Ein Imker kann beurteilen, ob eine Umsiedlung möglich ist, und den Hohlraum fachgerecht öffnen lassen.