Wespensaison in der Schweiz: der Jahreskalender
Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026
Auf einen Blick
Die Wespensaison beginnt im April/Mai, wenn die überwinterte Jungkönigin ein Primärnest gründet. Im Sommer wächst das Volk rasch, im Spätsommer (August/ September) erreicht es seine grösste Stärke und ist am aggressivsten. Im Herbst bricht das Volk zusammen, nur begattete Jungköniginnen überwintern — ein Wespenvolk lebt nur eine Saison.
Frühjahr: die Königin gründet neu
Jede Wespensaison beginnt mit einer einzelnen, bereits begatteten Jungkönigin, die den Winter allein überstanden hat — versteckt in Totholz, Mauerspalten oder Dachhohlräumen. Sobald es im April oder Mai warm genug wird, sucht sie einen Nistplatz und baut von Grund auf ein kleines, faustgrosses Primärnest. Dort legt sie die ersten Eier und versorgt die Brut zunächst ganz allein, bis die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und ihr die Arbeit abnehmen. Wer in dieser Phase eine einzelne, grosse Wespe in Haus oder Garten entdeckt, hat meist genau diese Gründerkönigin vor sich — mehr dazu im Ratgeber Wespenkönigin im Frühjahr entdeckt. Ein grosser Teil dieser Primärnester scheitert übrigens von selbst, etwa weil der Standort ungeeignet ist oder die Königin die Gründungsphase nicht übersteht.
Sommer: das Volk wächst rasch
Ab Juni übernehmen die Arbeiterinnen Nestbau, Futtersuche und Brutversorgung, während sich die Königin nur noch ums Eierlegen kümmert. Das Volk wächst nun schnell, aus wenigen Dutzend Tieren werden innerhalb weniger Wochen mehrere Hundert. Bei Platzmangel im ursprünglichen Hohlraum kommt es vor, dass die Wespen im Juli oder August in ein grösseres Sekundärnest umziehen — ein Verhalten, das vor allem bei Hornissen beobachtet wird und dazu führen kann, dass ein Nest scheinbar über Nacht an einer neuen Stelle auftaucht.
Spätsommer: Höhepunkt und höchste Gefahr
Im August und September erreicht ein Volk seine maximale Grösse und gleichzeitig seine aggressivste Phase. Nahrung wird knapper, der Fruchtdrang steigt, und Nester werden entschieden verteidigt. Besonders gereizt reagieren Arbeiterinnen, wenn ihre Königin stirbt und das Volk «weisellos» wird — ein Zustand, der ohne die steuernde Wirkung der Königin zu erhöhter Nervosität im gesamten Volk führt. Warum genau diese Wochen so heikel sind, erklärt der Ratgeber Warum sind Wespen im August so aggressiv.
Herbst: das Ende der Saison
Mit den ersten kalten Nächten bricht das Sozialgefüge zusammen: Die alte Königin und alle Arbeiterinnen sterben, nur die frisch geschlüpften, begatteten Jungköniginnen ziehen sich in ihr Winterquartier zurück. Das verlassene Nest wird nie wieder besiedelt, denn jede überlebende Jungkönigin gründet im folgenden Frühling ein eigenes, neues Primärnest. Details dazu liefern die Ratgeber Wann sterben Wespen im Herbst und Wie lange lebt ein Wespenvolk. Wer ein leeres Nest am Haus entdeckt, findet im Ratgeber Wespennest im Winter Antworten darauf, ob es entfernt werden muss, und wer sich fragt, ob es je wiederbesiedelt wird, liest dazu den Ratgeber Kommen Wespen ins alte Nest zurück. Bei akuten Problemen während der Saison hilft eine Fachperson über /wespennest-entfernen weiter.
Häufige Fragen
Wann beginnt die Wespensaison in der Schweiz?
In der Regel im April oder Mai, sobald eine überwinterte Jungkönigin auftaut und mit dem Bau eines faustgrossen Primärnests beginnt.
Wann ist die Wespensaison am gefährlichsten?
Im Spätsommer, meist August bis September. Dann ist das Volk am grössten und die Arbeiterinnen reagieren am gereiztesten auf Störungen.
Wann ist die Wespensaison vorbei?
Mit den ersten kühlen Herbstnächten stirbt das Volk mitsamt der alten Königin. Nur die neuen, bereits begatteten Jungköniginnen überleben den Winter an geschützten Orten.