Wann sterben Wespen im Herbst?
Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026
Auf einen Blick
Mit den ersten kühlen Herbstnächten, meist ab Oktober, bricht das Sozialgefüge eines Wespenvolks zusammen. Die alte Königin und alle Arbeiterinnen sterben innerhalb weniger Wochen. Nur die neuen, bereits begatteten Jungköniginnen überleben, indem sie sich einzeln in ein frostsicheres Winterquartier zurückziehen.
Der Kipppunkt im Herbst
Solange die Königin lebt und Eier legt, hält ein Wespenvolk zusammen: Die Arbeiterinnen füttern die Brut, verteidigen das Nest und sammeln Nahrung. Mit sinkenden Temperaturen im Herbst geht diese Ordnung verloren. Die Königin stellt die Eiablage ein, die letzten Brutzellen bringen die Jungköniginnen und Drohnen hervor, und danach beginnt der rasche Zerfall des Volkes. In den Wochen davor, meist im September, ist ein Volk oft noch besonders auffällig unterwegs, weil kaum noch Brut zu versorgen ist und die Arbeiterinnen verstärkt süsse Nahrung suchen. Wie dieser Ablauf in den Gesamtkontext der Saison passt, zeigt der Ratgeber Wespensaison Schweiz.
Warum die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben
Weder die Gründerkönigin noch ihre Arbeiterinnen sind auf einen Winter ausgelegt: Sie haben keine Reserven für eine Kältestarre angelegt und sterben innerhalb weniger Wochen nach dem ersten Frost. Ein Wespenvolk lebt damit, wie im Ratgeber Wie lange lebt ein Wespenvolk erklärt, tatsächlich nur eine einzige Saison — von der Neugründung im Frühling bis zum Zusammenbruch im Herbst. Das gilt für alle einheimischen Faltenwespenarten und Hornissen gleichermassen, auch wenn der genaue Zeitpunkt je nach Witterung und Höhenlage etwas variieren kann.
Was die Jungköniginnen anders machen
Die neu geschlüpften Jungköniginnen verlassen das Nest, paaren sich mit Drohnen aus anderen Völkern und suchen anschliessend allein ein frostsicheres Winterquartier — etwa Totholz, Mauerspalten oder trockene Erdhöhlen. Dort fallen sie in eine Winterstarre und verbrauchen kaum Energie, bis die Temperaturen im folgenden Frühjahr wieder steigen. Nur sie tragen das Erbgut des Volkes ins nächste Jahr, während alle anderen Tiere des Volkes den Winter nicht überleben.
Was das für Sie bedeutet
Ein Nest, dessen Bewohner im Herbst sterben, wird nie wieder benutzt — auch nicht von den überlebenden Jungköniginnen, die im Frühling stets ein neues Primärnest gründen, meist an einer anderen Stelle. Ob ein leeres Nest am Haus dennoch entfernt werden sollte, klärt der Ratgeber Wespennest im Winter, und warum eine Wiederbesiedlung ausgeschlossen ist, erklärt der Ratgeber Kommen Wespen ins alte Nest zurück. Ist Ihr Nest während der laufenden Saison noch aktiv und die Situation unklar, hilft eine Fachperson über /wespennest-entfernen weiter, statt selbst einzugreifen.
Häufige Fragen
Sterben alle Wespen im Herbst?
Fast alle. Die alte Königin und sämtliche Arbeiterinnen des Volkes sterben mit dem ersten Kälteeinbruch. Nur die jungen, begatteten Königinnen überleben, versteckt an geschützten Orten.
Warum sind Wespen kurz vor dem Sterben oft besonders lästig?
Im Spätherbst finden Arbeiterinnen kaum noch Nahrung für die Brut und werden von süssen Speisen und Getränken im Freien stark angezogen — das wirkt aufdringlicher, ist aber ein Zeichen des nahenden Endes.
Was passiert mit dem Nest, wenn das Volk stirbt?
Es wird verlassen und nie wieder besiedelt. Eine neue Königin baut im Folgejahr immer ein eigenes, neues Nest an einem anderen Ort.