Anaphylaktischer Schock: Erste Hilfe
Von Wespenprofis.ch · Geprüft: Fachbewilligung Schädlingsbekämpfung VFB-S · Aktualisiert: 3. Juli 2026
Auf einen Blick
Bei Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks — Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Hals, Quaddeln am ganzen Körper, Schwindel oder Kollaps — sofort den Notruf 144 wählen. Ist ein Adrenalin-Autoinjektor vorhanden, gemäss ärztlicher Anweisung anwenden. Betroffene Person flach lagern (bei Atemnot aufrecht sitzen lassen) und bis zum Rettungsdienst betreuen.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemnot oder Schwellungen im Halsbereich sofort 144 anrufen.
Ein anaphylaktischer Schock ist die schwerste Form einer allergischen Reaktion und ein lebensbedrohlicher Notfall. Dieser Beitrag beschreibt die Warnzeichen und die Erste-Hilfe-Massnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Er ersetzt keine ärztliche Behandlung.
Warnzeichen erkennen
Ein anaphylaktischer Schock kann sich innerhalb weniger Minuten nach einem Wespen- oder Bienenstich entwickeln. Typische Anzeichen sind:
- Atemnot oder pfeifende Atmung
- Schwellung im Gesicht, an den Lippen oder im Hals-Rachen-Bereich
- Quaddeln oder Hautausschlag am ganzen Körper
- Schwindel, Übelkeit, Erbrechen
- Blasse Haut, schneller Puls, Kreislaufkollaps
Sofortmassnahmen
- Notruf 144 wählen. Das hat oberste Priorität — zögern Sie nicht, auch wenn die Symptome noch mild erscheinen.
- Adrenalin-Autoinjektor anwenden, falls vorhanden und die betroffene Person diesen verschrieben bekommen hat. Die Anwendung erfolgt gemäss der individuellen ärztlichen Anweisung.
- Lagerung: Bei Kreislaufproblemen die Beine hochlagern; bei Atemnot die Person aufrecht sitzen lassen, wie es ihr am leichtesten fällt. Niemals abrupt aufstehen lassen.
- Betreuen und beobachten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Bei Bewusstlosigkeit mit normaler Atmung die stabile Seitenlage anwenden.
Danach
Auch wenn sich die Symptome nach einer Adrenalin-Gabe bessern, ist eine ärztliche Überwachung notwendig, da eine zweite Reaktionswelle mit zeitlicher Verzögerung möglich ist. Aus diesem Grund sollte eine betroffene Person auch nach vermeintlicher Besserung nicht alleine gelassen und in jedem Fall im Spital nachuntersucht werden. Nach einer Anaphylaxie sollte die Ursache zudem allergologisch abgeklärt werden, um das Risiko für künftige Stiche einschätzen zu können; mehr dazu im Ratgeber «Insektengift-Allergie erkennen».
Besonders gefährdet
Stiche im Mund- oder Rachenraum bergen ein erhöhtes Risiko, da die Schwellung dort die Atemwege direkt einengen kann — mehr dazu im Beitrag «Wespenstich im Mund oder Hals». Auch Personen mit einer bereits bekannten Insektengiftallergie sowie Kinder gelten als besonders gefährdet und sollten im Vorfeld mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen, wie sie im Ernstfall vorgehen sollen. Grundlegende Sofortmassnahmen nach jedem Stich finden Sie im Pillar-Ratgeber «Wespenstich — was tun?».
Häufige Fragen
Woran erkenne ich einen anaphylaktischen Schock?
Warnzeichen sind Atemnot, Schwellung im Gesicht oder Rachen, Quaddeln am ganzen Körper, Schwindel, Übelkeit und ein rasch abfallender Blutdruck bis hin zum Kreislaufkollaps. Die Symptome setzen meist innert Minuten nach dem Stich ein.
Wie verwende ich einen Adrenalin-Autoinjektor richtig?
Ist ein Autoinjektor verschrieben und bekannt, wie er funktioniert, wird er gemäss der individuellen ärztlichen Anweisung meist seitlich am Oberschenkel angewendet. Rufen Sie trotzdem immer zusätzlich den Notruf 144.
Muss ich nach einer Adrenalin-Gabe trotzdem ins Spital?
Ja. Auch nach Anwendung eines Autoinjektors ist eine ärztliche Überwachung notwendig, da die Symptome nach einiger Zeit erneut auftreten können.